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Spielerschutz und Hilfe

Von Jonas Keller (Pseudonym der Redaktion) · Aktualisiert am 27.10.2026 · Keine Rechts- oder Finanzberatung

Glücksspiel ist ausschließlich Erwachsenen ab 18 Jahren vorbehalten und bedeutet immer das Risiko, Geld zu verlieren. Es gibt keine Strategie und keinen Anbieter, bei dem ein Gewinn zu erwarten wäre. Wer spielt, sollte nur Beträge einsetzen, deren Verlust den Alltag nicht berührt.

Diese Seite ist die ausführliche Fassung unserer Hinweise. Sie finden hier Warnzeichen, einen kurzen Selbstcheck, Anlaufstellen in Deutschland, eine Erklärung der zentralen Spielersperre und eine Übersicht über Schutzmaßnahmen. Wir sind eine Redaktion und geben weder medizinische noch rechtliche Beratung.

Woran Sie problematisches Spielen erkennen

Problematisches Spielverhalten beginnt selten mit einem einzelnen Ereignis. Meist verschieben sich Gewohnheiten über Wochen oder Monate, bis das Spielen mehr Raum einnimmt als beabsichtigt. Die folgenden Punkte sind allgemeine Warnzeichen und ersetzen keine fachliche Einschätzung.

  • Sie spielen länger oder mit höheren Beträgen, als Sie sich vorgenommen hatten.
  • Sie versuchen, Verluste durch weiteres Spielen auszugleichen.
  • Sie verheimlichen Spielzeiten oder Einsätze vor Familie, Partnerin, Partner oder Freunden.
  • Sie leihen sich Geld oder nutzen Kredite, um weiterspielen zu können.
  • Arbeit, Familie oder Verabredungen geraten ins Hintertreffen.
  • Sie fühlen sich unruhig oder gereizt, wenn Sie nicht spielen können.
  • Das Spielen dient Ihnen vor allem dazu, Stress oder Sorgen zu vergessen.

Kurzer Selbstcheck

Die folgenden Fragen dienen der eigenen Orientierung. Sie ergeben keine Diagnose und keinen Punktwert. Wenn Sie mehrere davon mit Ja beantworten, kann ein Gespräch mit einer Beratungsstelle sinnvoll sein.

  • Habe ich in den letzten drei Monaten mehr Geld eingezahlt, als ich ursprünglich wollte?
  • Denke ich im Alltag häufig ans Spielen oder an die nächste Runde?
  • Habe ich schon einmal versucht, weniger zu spielen, und es nicht geschafft?
  • Habe ich Rechnungen verschoben, um spielen zu können?
  • Würde es mich belasten, wenn jemand meine Kontoauszüge sieht?

Was Sie als Erstes tun können

Legen Sie zunächst eine Pause ein und spielen Sie bis auf Weiteres nicht. Sprechen Sie mit einer Person, der Sie vertrauen, denn das Verschweigen verstärkt den Druck oft zusätzlich. Setzen Sie sich feste Grenzen für Geld und Zeit und prüfen Sie Ihre Kontoauszüge der letzten Monate, um einen realistischen Überblick zu bekommen.

Wenn Sie merken, dass die Pause schwerfällt, ist das ein Grund, professionelle Unterstützung zu suchen. Viele Betroffene nutzen solche Angebote, und der Schritt gilt unter Fachleuten als üblich.

Hilfe und Beratung in Deutschland

Beratung zum Thema Glücksspiel ist in Deutschland kostenlos erreichbar. Alle hier genannten Angebote richten sich auch an Angehörige.

AnlaufstelleKontaktwegHinweis
BIÖG-Beratungstelefon0800 1 37 27 00Kostenlos und anonym; Zeiten auf dem Portal des Instituts prüfen
check-dein-spiel.deOnline und per E-MailFür Spielende und Angehörige
Check OutOnline-ProgrammFür Menschen, die ihr Spielverhalten ändern möchten
Time OutOnline-ProgrammFür Angehörige und Freunde
Landesfachstellen und SuchtberatungVor OrtPersönliche Gespräche, Vermittlung in Therapie
Stand: 27.10.2026. Quelle: Informationsportal check-dein-spiel.de; Angebote vor Ort unterscheiden sich je nach Bundesland.

Telefonische Beratung

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, früher BZgA) betreibt das Beratungstelefon zur Glücksspielsucht unter 0800 1 37 27 00. Der Anruf ist kostenlos und anonym. Aktuelle Zeiten, zu denen die Nummer besetzt ist, nennen wir hier nicht, da wir sie nicht selbst geprüft haben; sie stehen auf dem Informationsportal des Instituts.

Online-Beratung und Programme

Das Portal check-dein-spiel.de bietet Online-Beratung und Beratung per E-Mail, für Spielende ebenso wie für Angehörige. Dazu kommen ein Hinweis auf Hilfe vor Ort und Informationen zur Spielersperre.

Check Out

Das Programm Check Out richtet sich an Menschen, die ihr eigenes Spielverhalten verändern möchten. Es begleitet über einen längeren Zeitraum mit Online-Elementen.

Time Out

Time Out wendet sich an Angehörige und Freunde von Spielenden. Es hilft, mit der eigenen Belastung umzugehen und Grenzen zu setzen.

Beratungsstellen vor Ort

In den meisten Bundesländern gibt es Landesfachstellen Glücksspielsucht sowie örtliche Suchtberatungsstellen. Sie bieten persönliche Gespräche an, vermitteln bei Bedarf in Therapie und können bei Schulden weiterhelfen. Eine Suche nach der Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie über das genannte Portal.

Die zentrale Spielersperre OASIS

OASIS ist das zentrale Sperrsystem für Glücksspiel in Deutschland. Wer sich eintragen lässt, wird bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis für Glücksspiele gesperrt. Der Betrieb liegt beim Land Hessen, den Antrag nehmen das Regierungspräsidium Darmstadt und die angeschlossenen Anbieter entgegen.

So funktioniert die Selbstsperre

Sie stellen den Antrag selbst, die Eintragung ist kostenlos. Nach Angaben der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) beträgt die Mindestdauer einer Selbstsperre drei Monate; in anderen Quellen finden sich abweichende Angaben, etwa eine unbefristete Sperre mit Aufhebung erst nach einer Mindestdauer und auf Antrag. Fragen Sie deshalb beim Antrag nach den aktuellen Bedingungen.

Eine Fremdsperre, also die Meldung durch einen Anbieter, ist ebenfalls vorgesehen. Sie wird nach Angaben der GGL für zwölf Monate eingetragen.

Was die Sperre abdeckt

Die Sperre wirkt bei Anbietern, die in Deutschland zugelassen sind und an OASIS angeschlossen sein müssen. Angebote ohne deutsche Erlaubnis sind in der Regel nicht an das System angebunden. Eine Sperre schützt Sie dort also nicht.

Wer sich selbst hat sperren lassen, sollte bei keinem Angebot spielen, auch nicht bei solchen ohne deutsche Erlaubnis. Wir geben auf dieser Website keine Hinweise, wie sich eine Sperre aushebeln ließe, und werden das auch künftig nicht tun.

Schutzmaßnahmen bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis

Für Anbieter mit deutscher Erlaubnis gelten gesetzliche Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Die folgenden Punkte stützen sich auf die Übersicht der GGL, Stand Mai 2026, und das Merkblatt der Behörde zu virtuellen Automatenspielen.

  • Anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, technisch über die Limitdatei LUGAS umgesetzt.
  • Panic-Button, der eine Sperre von 24 Stunden auslöst.
  • Bei virtuellen Automatenspielen eine durchschnittliche Spieldauer von mindestens 5 Sekunden pro Runde.
  • Ein Grundeinsatz von 1 € pro Spielrunde bei virtuellen Automatenspielen.
  • Anbindung an das Sperrsystem OASIS.

Persönliche Limits setzen

Unabhängig vom Anbieter lohnt es sich, eigene Grenzen festzulegen, bevor Sie spielen. Drei Arten von Limits sind gebräuchlich, und es hilft, sie schriftlich zu notieren.

  • Einzahlungslimit: der Betrag pro Woche oder Monat, den Sie insgesamt einsetzen möchten.
  • Verlustlimit: die Summe, bei der Sie für den Tag oder die Woche aufhören.
  • Zeitlimit: eine feste Dauer pro Sitzung, mit einem Wecker als Erinnerung.

Was bei Angeboten ohne deutsche Erlaubnis fehlt

Angebote ohne deutsche Erlaubnis unterliegen den deutschen Vorgaben nicht. Nach unserem Kenntnisstand sind dort in der Regel weder das anbieterübergreifende Einzahlungslimit noch der Abgleich mit OASIS oder die deutschen Vorgaben für Automatenspiele verbindlich. Ob und welche eigenen Schutzfunktionen ein Betreiber anbietet, hängt von seiner Lizenz und seinen Regeln ab und lässt sich vorab nur begrenzt prüfen.

Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ist keine deutsche Erlaubnis. Wer dort spielt, trägt Schutzaufgaben weitgehend selbst und sollte die eigenen Grenzen noch strenger ziehen.

Schutzmaßnahmen im Überblick

MaßnahmeWer ist gebundenHinweis
Einzahlungslimit 1.000 € pro MonatAnbieter mit deutscher ErlaubnisÜber LUGAS anbieterübergreifend; höhere Limits nur mit Nachweis (GGL)
Panic-Button (24 Stunden)Anbieter mit deutscher ErlaubnisSofortige Sperre auf Knopfdruck (GGL, Stand Mai 2026)
OASIS-SperreAnbieter mit deutscher ErlaubnisKostenlos; Mindestdauer nach Angaben der GGL drei Monate
5-Sekunden-Regel bei SlotsAnbieter mit deutscher ErlaubnisDurchschnittliche Spieldauer, § 22a GlüStV 2021
1 € Grundeinsatz pro RundeAnbieter mit deutscher ErlaubnisGilt für virtuelle Automatenspiele, nicht für Tischspiele
Eigene Limits und PausenJede spielende PersonFreiwillig, bei jedem Angebot möglich
Stand: 27.10.2026. Quellen: GGL-Übersicht der Spielerschutzmaßnahmen und Merkblatt zu virtuellen Automatenspielen. Änderungen der Regeln sind möglich.

Tipps für Angehörige

Angehörige tragen oft lange still mit, bevor sie Hilfe suchen. Auch Sie dürfen Beratung in Anspruch nehmen, ohne dass die spielende Person davon weiß.

  • Sprechen Sie ruhig und konkret über einzelne Beobachtungen, ohne Vorwürfe.
  • Übernehmen Sie keine Schulden und stellen Sie keine Kredite zur Verfügung.
  • Trennen Sie gemeinsame Konten oder sichern Sie sich ab, falls das nötig ist.
  • Nutzen Sie das Programm Time Out und die Beratung per E-Mail oder Telefon.
  • Achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit und holen Sie sich Unterstützung.

Hinweise für Zahlungen mit Kryptowährungen

Kryptozahlungen sind für manche Spielende attraktiv, weil sie schnell und ohne Bankumweg laufen. Genau das macht es schwerer, den Überblick zu behalten. Es gibt keinen Dispo und keinen Kredit, der Betrag stammt aus Ihrem eigenen Guthaben, und eine einmal gesendete Transaktion lässt sich nicht zurückholen.

Setzen Sie sich daher ein festes Budget in Euro, nicht in Coins, und beachten Sie, dass Kurse zwischen Einzahlung und Auszahlung schwanken. Verwenden Sie niemals Geld, das Sie für Miete, Rechnungen oder Rücklagen brauchen.

Unsere Haltung als Redaktion

Wir listen auf dieser Website auch Angebote ohne deutsche Erlaubnis und sagen das offen. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel kann nach § 285 StGB strafbar sein; ob und wie das im Einzelfall verfolgt wird, können wir nicht beurteilen.

Unsere Inhalte sind redaktionelle Einordnungen. Sie sind weder Medizin- noch Rechtsberatung und ersetzen keine Beratung durch Fachleute. Wenn Sie Zweifel an Ihrer Situation haben, wenden Sie sich bitte an eine der genannten Stellen.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter ist Glücksspiel erlaubt?

Glücksspiel ist ab 18 Jahren erlaubt. Anbieter mit deutscher Erlaubnis müssen Minderjährige ausschließen. Wir empfehlen, auch bei Angeboten ohne Erlaubnis keine Ausnahmen zu machen.

Wie erreiche ich die kostenlose Beratung zur Glücksspielsucht?

Das Beratungstelefon des BIÖG erreichen Sie unter 0800 1 37 27 00, kostenlos und anonym. Zusätzlich bietet check-dein-spiel.de Beratung online und per E-Mail an.

Wie lange dauert eine Selbstsperre bei OASIS?

Nach Angaben der GGL mindestens drei Monate. Angaben in anderen Quellen weichen ab, etwa bei der Frage, ob die Sperre unbefristet läuft und nach der Mindestdauer auf Antrag aufgehoben wird. Klären Sie das beim Antrag.

Gilt meine Sperre auch bei Anbietern ohne deutsche Erlaubnis?

In der Regel nicht, denn diese Anbieter sind nicht an OASIS angeschlossen. Wer sich sperren ließ, sollte trotzdem bei keinem Angebot spielen.

Welche Schutzmaßnahmen gelten bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis?

Dazu zählen ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat, ein Panic-Button mit 24 Stunden Sperre und die Anbindung an OASIS. Bei virtuellen Automatenspielen gelten zudem die 5-Sekunden-Regel und ein Grundeinsatz von 1 € pro Runde.

Wie unterstütze ich eine Person, die zu viel spielt?

Sprechen Sie sachlich über konkrete Beobachtungen und übernehmen Sie keine Schulden. Das Programm Time Out und die Beratung per E-Mail oder Telefon richten sich an Angehörige.

Ist Spielen mit Kryptowährungen weniger riskant?

Nein. Eine Zahlung in Kryptowährung ist nicht rückholbar, und Kurse können schwanken. Ein festes Budget in Euro hilft, den Überblick zu behalten.

Geben Sie eine rechtliche oder medizinische Beratung?

Nein, wir sind eine Redaktion. Für rechtliche Fragen wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt, für gesundheitliche Fragen an eine Beratungsstelle oder an ärztliche Hilfe.

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